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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


07.09.2007 
Lat 42° 41,795' N      Lon 009° 15,070' W
Adios La Coruna - Mitsegeln nach Portugal - Porto
Wir wollen unbedingt einen ganzen Hafentag in Lissabon verbringen - diesen dafür notwendigen Zeitpuffer müssen wir uns erarbeiten... Für das Seegebiet Finisterre sagen die Wetterfrösche NE-E 6-7 (also raumer Kurs) voraus und für Westlich Portugal leider nur N 0-2 Beaufort. Wir laufen mit dem Strom um 1145 aus und sind zunächst noch in einer Windabdeckung - doch gut einer Stunde später können wir Segel auf Westkurs setzen. Je weiter wir nach Westen voran kommen, um die Huk auf dem Weg nach Finisterre zu passieren, desto mehr ändern wir unseren Kurs südlich - also fast parallel zum Küstenverlauf. Leider dreht der WInd immer mit, sodass wir auf raumen Kurs bleiben - während der Wind weiter abnimmt. Um 2100 laufen wir mit Südkurs immer noch unter Segel, doch eine Studne später sind wir 2,5 sm vorm Cap Finisterre kommt uns der Wind mit nur 1 BEaufort genau entgegen. Also alles Zeug runter und weiter geht es in die Nacht mit Wachwechsel...


06.09.2007 
Lat 43° 22,080' N      Lon 008° 23,714' W
Schwerwettertörn mit Sonnenschein von Viveiro nach La Coruna
Peter hat Geburtstag und bekommt neben Geschenken von Heike ein Happy-Birthday-Ständchen.

Für unser Seegebiet Finisterre sagen die Wetterfrösche NE-E 4-5, Böen von 6-7 mit einer See von 2,5 m (ab 1200); Windfinder.com meint, nördlich der Huken können es bis zu 40 Knoten (8 Beaufort) werden; allerdings erst ab 1400 - ein bißchen widersprüchlich...

Doch selbst wenn, auf raumen Kursen kann es nur halb so wild sein - davon ist die ganze Crew überzeugt.

Damit wir den Gezeitenstrom nicht gegen die Windsee haben, laufen wir bei Flut um 1030 aus und setzen bei der 20 m linie noch im Ria die Genua. In der Ferne beobachten wir voraus ein kleineres Segelfahrzeug, das von unserer Backbord-Seite nach Steuerbord läuft. Dieses ändert später den Kurs zu einem Parallelkurs zu uns und ruft uns später per Funk auf 16. Es ist die SY Sunshine aus Wedel bei Hamburg, 7,5m und Langkieler, Einhand besetzt. Auf 69 halten wir segelnderweise ein längeres Pläuschchen und überholen ihn dabei. Schnell lassen wir ihn hinter uns.

Zwischen 1300 und 1400 beobachten wir ganze Delphin-Schulen, die die Wellenberge wie wir hinab surfen und die mit ANthana zu spielen scheinen. Dabei brist es immer weiter auf - standardmäßig 6-7 Beaufort und langanhaltende Böen bis zu 38 Knoten. WIr beschleunigen auch dank der Wellen auf bis zu 11,9 Knoten Speed over Ground. Die Crew juchzt und freut sich über das Surfen der Wellenberge genauso wie über die vielen Delphine. In der Phase des stärksten Windes haben wir die Genua ein wenig gerefft.

Als wir auch das Cabo Ortegal umrundet haben, läßt der Wind deutlich nach - wie von Windfinder und Skipper prognostiziert - nur noch ab und an ein paar Fallwinde und Düseneffekte. Per Funk warnen wir die SY Sunshine vor den starken WInden - Sunshine hat aber auch schon das Groß im dritten Reff und kein Vorsegel mehr gesetzt und er scheint gut durch zu kommen.

Gegen halb vier noch eine heftige Böenwelle und dann Flaute für 10 min. Langsam kommt der Wind dann wieder... erst NW, dann über N auf NE mit 3-5 Bft... so können wir ganz entspannt weiter segeln.

Der zypriotische Frachter PATRIOT kommt achtern auf, wechselt immer um ein paar Grad den Kurs und hat uns immer wieder vor dem Bug. Bei 2 sm Abstand bittet der Skipper den Patriot, erst auf 16 dann auf 06, auf uns aufzupassen. Kurz drauf ruft uns die spanische Navy an, die uns entgegen kommt, und fragt ganz höflich an, wo sie uns denn passieren dürfen. WIr wollen wg. eines 10 m Flachs, wo die Wellen u.U. heftig brechen können, erst in 5 min. den Kurs auf Coruna ändern und lassen es zu, dass die spanische Navy vor unserem Bug durch geht...

Dieser ereignisreiche Segeltag klingt anläßlich Peter s Geburtstag in einer super Bar in der Altstadt von La Coruna mit köstlichen Mariscos und weiteren Tapas nebst fließendem Rioja aus...


05.09.2007 
Lat 43° 40,126' N      Lon 007° 35,671' W
Sturmtag im Seegebiet Finisterre beim Segeltörn Bilbao-Faro
Schon gestern nachmittag und abend fegten mitunter heftige Winde durch Viveiro, obwohl es einige sm binnenwärts gelegen und gut geschützt ist.

Für heute sagen die Wetterfrösche 8 Beaufort in Böen bis zu 10 Beaufort voraus - wir laufen also nicht aus.

Lars geht es dank Wick Medi-Night langsam besser und er konte endlich mal wieder durchschlafen - aber er ist noch nicht wirklich durch.

Bein schönstem Sonnenschein beobachten wir manchmal kleine Windhosen, die Wasser auf dem Rio hochwirbeln und andere, die Sand mitnehmen... Durch den herrlichen Sonnenschein wirkt das alles aber nicht wirklich bedrohlich.

Herum Schlunzen ist angesagt: Sonnen auf dem Vordeck, Bummeln durch die Altstadt, Andrea und Peter gehen doch zu gerne shoppen, Körperpflege, Web-Logbuch vervollständigen, Diesel und Wasser bunkern - Paco, einer der Hafenmeister ist zu hilfsbereit und organisiert von einer Straßentankstelle 150 l Diesel, die er in Kanistern an den Steg bringen läßt - wir benötigen nur rund 100 l.

In Santander wurden uns noch bis zu 19 Grad C als Wassertemperatur angezeigt - auf dem Törn hierher wurden es immer weniger - nur noch 14,0 Grad. Andrea läßt sich davon nicht abhalten und geht an den nahe gelegenen Strand und geht baden- sie ist fest davon überzeugt, dass es deutlich mehr als 14 Grad sein muss - wer Andrea kennt, schließt sich dem sofort an ;-)

Abends gibt es Skippers Dinner: Paella Anthana


04.09.2007 
Lat 43° 40,126' N      Lon 007° 35,671' W
Sturm kündigt sich an
Der schöne Abendhimmel, den wir gestern noch hatten, ist vorbei - in der Nacht sind viele Wolken aufgekommen - vorbei ist der Sternenhimmel und der Mondschein. Zusätzlich kündigen die Wetterdienste für das Seegebiet Finisterre mehrere Sturmtage an, die ab heute ca. 1400 das Cabo Ortegal erreichen sollen...

Für unser Noch-Seegebiet heißt es aber zunächst NE 2-3, zunehmend...

Der Skipper prüft alle Häfen der spanischen Nordküste auf ihre Eignung als Nothafen...

Die Wolken fassen langsam auch das Gebirge um den Picos de Europe ein, der Seegang nimmt zu. Spät am Vormittag auch der Wind - einzelne Böen erreichen schon 5-6. Um 1300 erreichen wir die Ria de Viveiro und laufen den Rio nach Viveiro in den dortigen Yachthafen hinein, wo wir relativ geschützt liegen. Nur ab und an kommt eine Boe heftig durch die Bergzüge gefegt...

Wir nutzen den Nachmittag zum Ausschlafen, relaxen, Duschen und Einkaufen im nahen Supermarkt. Derr Hafenmeister ist richtig nett und empfiehlt uns ein nettes Lokal - nur 5 min. entfernt... Schon wieder sind wir faul und genießen lokale Spezialitäten - vom Merluza bis zu Gambas aioli - natürlich kombiniert mit dunkel-blut-rotem Wein, Rebeiro genannt.

Segeln kombiniert mit Gaumenfreuden, Landgang, guter Unterhaltung und viel Spaß...


03.09.2007 
Lat 43° 40,950' N      Lon 005° 36,475' W
Nachttörn voraus - Richtung Cabo Finisterre
Lars Erkältung, die er von Zuhause mitbrachte, weitet sich aus. Obwohl lang geschlafen, fühlt er sich völlig zerschlagen. Nichts desto trotz rudert er mit Peter rüber zum Einkaufen, während Heike und Andrea das Frühstück zubereiten.

Für heute sind Winde mit 2-3 von NW-NE vorhergesagt. Nicht wirklich viel, als wir um 1120 den Anker lichten. Erst nachmittags haben wir segelbare WInde aus nördlichen Richtungen. Heike geht RUder während Lars in der Koje schläft. Zum Abend geht der Wind völlig schlafen und wir wollen möglichst weit Richtung La Coruna kommen... der erste Nachttörn dieses Überführungstörns steht an - den traumhaften Sonnenuntergang zeigen wir beim morgigen Logbucheintrag.

Der Skipper hat während seiner Alleinwache völlige Ruhe und keinen Verkehr. Kaum kommen die Mädels dran und kaum, dass der Skipper seine Koje aufsuchen will, geht es plötzlich los: sechs, sieben, ja acht verschiedene Lichter aus verschiedenen Richtungen sind zu verifizieren... Grün, grün oder rot, rot so paßt es bei den meisten. Es bleibt ein Frachter, den wir per AIS beobachten und der sich zu uns auf Kollisionskurs befindet. Wir wollen ihn gerade per Funk zur Kurs-Korrektur nach Steuerbord auffordern, als er es schon von allein macht...


02.09.2007 
Lat 43° 27,726' N      Lon 003° 46,772' W
Segeltörn von Bilbao nach Santander
Alle waren gestern sehr müde - so schlafen wir lang aus, frühstücken und begeben uns dann zur Sicherheitsweisung. DIe Wetterddienste versprechen eine tollen Segeltab: NE-N 3-4, See 0,5 m.

Erst kurz vor eins laufen wir aus und setzen gleich nach der Hafenausfahrt die Segel. Lars und Peter holen sich wieder das Gefühl als Rudergänger der Anthana und wir kommen gut nach Westen voran - obwohl der Wind nie Stärke vier erreicht und später sogar noch nachläßt können wir bis zur Ansteuerung Santander segeln. Dabei eine schöne Sicht auf die nordspanische Küstenlinie, angenehme Temperaturen,...

Unterhalb des Casinos Santander schlägt der Skipper Ankern hier in der Bucht vor, was alle Mitsegler begeistert annehmen. Wir stecken nahe Hochwasser 40 m Kette bei 10,50m WT - das sollte reichen. Das Dinghi hat Platz für 4 Personen - wir sind zu fünft. Also kommen erst drei an Land, der dritte rudert zurück (die Crew wollte unbedingt rudern statt den Außenborder zu nutzen) und holt Andrea nebst Skipper ab. Letzterer läßt zum ersten Mal Anthana allein vor Anker...

Binnen einer halben Stunde wird ein gutes Lokal gefunden und schon wieder hervorragend für wenig Geld gegessen und getrunken ... Ist das ein Leben! Es folgt ein kleiner Verdauungsspaziergang zurück zum Dinghi und zweimal rudern zur Anthana - die angelnden Spanier amüsieren sich... Nach einem letzten Absacker geht es auf in die Kojen... ein schöner Segeltag mit super Abschluss!


01.09.2007 
Lat 43° 20,0' N      Lon 003° 01,0' W
Schwieriger Auftakt zum Überführungstörn II
Es wurde doch wesentlich länger bzw. früher als geplant: erst um 0400 lag der Skipper in der Koje... Um 0800 wieder aufstehen und Yacht putzen während Karsten noch schläft...

Mittags kommt Karstens Familie zu Besuch - 2 Stunden Pause inkl. einem Glas Rosado - und weiter mit Reinigung und technischer Überprüfung. Anthana hat das Segeln im Englischen Kanal und in der Biskaya besser überstanden als Sönke Röver s Yacht - kein Tank hat sich aus der Verankerung gelöst oder sonstige Auffälligkeiten bzw. technische Unzulänglichkeiten. Das ist gut!

Andrea (des Skippers Partnerin) landet pünktlich in Bilbao, Lars (u.a. Mitsegler Kopenhagen) auch, Anja und Thomas (Mitsegler Einheitstörn 2006) haben mit einer vernünftigen Entscheidung kurzfristig abgesagt und der Flieger von Heike (mehrfache Anthana-Mitseglerin) und Peter (wurde von Heike mal zum Anthana-Törn überredet und wollte nun mehr...) hat Verspätung... So kommen Andrea und Lars, die sich auf dem Flughafen verabredet hatten, erstmal allein nach Getxo und können noch von Karstens Familie begrüßt werden.

Abends dann endlich auch Heike und Peter - schnell die Bunkerliste vervollständigen und dann einer spanischen Wegbeschreibung zum Supermercado folgen - entgegen der Empfehlung des SKippers ein Taxi zu nehmen, zu Fuß! Es scheint sich um spanische 15 min. Fußweg zu handeln und nach 25 min. fragt die Crew andere Spanier, die sie zu einem scheinbar ganz anderen Supermarkt führen. Der hat nicht alles und auch nicht in bester Qualität, so dass nicht alles eingekauft wird.

Ein anstrengender Tag für die neue Crew - erst die lange und teilweise umständliche Anreise über Palma de Mallorca, dann Bunkern mit Umwegen - aber schließlich leckerste Tapas, die der Skipper schon tagelang für die neue Crew erprobt hat... der Segelurlaub kann beginnen - die Strecke des zweiten Überführungstörns ist wesentlich kürzer und die schwierigeren Passagen Englischer Kanal nebst Biskaya-Querung liegen schon hinter der Anthana. Es bleiben nur noch die nordspanische Küstenroute und vor allen Dingen das Cabo Finisterre...


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